Viele der WYSIWYG-Editoren, die in heutäglichen CMS verbaut sind haben ein extremes Problem: Sie behaupten zwar genau das anzuzeigen, was später auf der Seite erscheint, sorgen aber dann durch unverständliche Cleanup-Routinen dafür, dass letztendlich doch nicht das passiert was man erwartet hätte. Auch der Editor im beliebten Wordpress leidet unter dieser Schwäche.
Eigentlich ist es sogar viel mehr noch als eine Schwäche: Es ist ein Killerargument, denn wenn man einem Kunden ein Wordpress aufsetzt, damit dieser endlich seine bis dahin statischen Seiten selbstständig pflegen kann, genau dieses Wordpress aber, bei jedem Speichern, die Tabellen in seiner Seite zerlegt, dann kann man es genausogut auch sein lassen. Aber es gibt einen Weg die eigenen und die Nerven des Benutzers zu schonen...
Beim Nachforschen in Wordpress findet man ziemlich schnell heraus, dass es sich beim integrierten Editor um eine veraltete Version des TinyMCE handelt, der mit einigen Plugins aufgebohrt wurde. Daraus ergibt sich aber auch der Vorteil, dass der Editor über eine Datei konfigurierbar ist. In meinem Fall wurde der Griff unter die Motorhaube notwendig, weil der WP-Editor ständig beim Abspeichern <p> oder <br> Tags in Tabellen vergas. Das ganze zwar rekonstruierbar, aber nicht weniger nervig.
Die Konfigurationsdatei des integrierten TinyMCE findet man im Wordpress-Verzeichnis unter wp-includes/js/tinymce/tiny_mce_config.php . Hier gibt es einen Bereich "initArray", der die Konfigurationsparameter für den Editor aufnimmt. Hier fügt man einen neuen Parameter hinzu:
Diese Einstellung hat in meinem Projekt (Wordpress ab 2.1.3) erfolgreich das Zerlegen von Tabellencode verhindert und lässt auch Paragraphs und Linebreaks endlich unangetastet. Wer noch etwas tiefer unter die Haube gucken will, findet in wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/editor_plugin.js die Stelle, wo dieser Werte interpretiert wird.
Ich kann nicht genau vorhersagen, welche Probleme sich mit dem Abschalten des Cleanups ergeben, vermute aber keine allzugroßen. Insbesondere, wenn die Benutzer nur den TinyMCE verwenden, um die Inhalte zu pflegen. Ein weiterer Vorteil: Die sehr vorteilhafte Bild-Upload-Funktionalität von Wordpress bleibt mit dem Editor erhalten. Würde man ihn z.B. per Plugin gegen Xinha austauschen, wäre wieder Handarbeit für den User angesagt.