Es gibt wohl offensichtlich 3 Dinge, die ein Blogger tun muss: Ein Haus bauen, einen Flickr-Account haben und eine Liste der seiner Meinung nach besten MacOSX-Programme zusammenstellen. Da gehen zumindest die drei bekanntesten Mac-Blogger mit gutem Beispiel voran. Zum Launch des neuen Blog-Designs darf solches als auch hier nicht mehr fehlen.
Dabei ist normalerweise schon vorher klar, wie die Evolution eines solchen Posts wohl aussehen mag: Man stellt mit freudiger Überzeugung seine Liste ins Netz, und der erste Kommentar sagt noch etwas zaghaft: "Gute Liste, aber <beliebige Applikation XY>fehlt." Deshalb sei darauf hingewiesen: Solche Top 10-Listen sind vollständig subjektiv und das nicht nur beim gemeinen Blogger.

Pac the Man X
Ob man seine List allerdings gleich mit einem Timekiller beginnen sollte, das weiss ich nicht genau. Aber es sei dezent darauf hingewiesen, dass wir von hinten beginnen.
Pac the Man X ist also ein Spiel: Man errät, dass es sich wohl um ein Remake von Pacman handelt mag. Und wo man sonst vielleicht nur eine 1zu1 Umsetzung gewöhnt ist, erlebt man hier eine sehr edle und spielenswerte Version: Sinnvoll aktualisierte Grafiken und sogar der Charme von zwar neuen, aber dennoch Sounds mit dem gleichen Flair. Noch dazu ist es umsonst. Für gelangweilte Sekunden ist das das Beste, was man in sein <Name der besten MacOS-Applikation> eingeben kann.

Cyberduck
Eigentlich muss man ja als ordentlicher Mac-User und FTP-Braucher Fan von Transmit sein, so oft, wie man davon liest, dass es wohl das beste unter allen FTP-Tools sein soll. Ich muss ehrlich sein, ich habe es nie wirklich getestet. Warum? Weil es eine frei Alternative gibt, die ich ebenfalls für super halte. Alle (S)FTP-Funktionen, die man so braucht, im schicken Aqua-Look und mit dem merkwürdigsten Namen für ein FTP-Programm, den ich kenne. Mehr brauch man eigentlich nicht. Runterladen!

Adium
Der Instant-Messanger gehört zur Standardausstattung des Internet-Users. Außerdem "Isses ja jetzt wohl total in in Eißekju zu chatten" (Zitat aus einer Call-In Sendung der Öffentlich-rechtlichen. Adium hier bietet dazu alles was man braucht und ist durch seine hohe Individualisierbarkeit dadurch quasi das Mac-Äquivalent zum ebenfalls sehr zu empfehlenden Miranda-IM für die Windows-Welt. Ich persönlich ziehe einen freien Client den offiziellen Versionen vor, weil man sich dabei fast sicher sein kann, dass man dem hinter IM verborgenen Geschäftsmodell entgeht. Aber ich vermute Adium kennt sowieso irgendwie schon jeder.

BetterZip
Ok, das ist jetzt das erste Programm für das man Geld bezahlen muss. Aber es tut endlich das auf dem Mac, was fast jeder (Ent)packer auf dem PC tut: Es entpackt Dateien, und man kann sie sich vorher angucken. Ich weiss nicht, wer sich dieses Doppelklick-ich-entpacke einfach-direkt-hier-hin Prinzip ausgedacht hat, und ob es mir einfach am richtigen Usability-Verständnis fehlt, aber ich mag das, wenn ich vorher in ein Archiv reingucken kann, bevor ich die Katze im Sack entpacke. BetterZip ist zwar leider hier und da noch etwas buggy, aber definitiv besser als StuffIt. BetterZip funktioniert also wie zum Beispiel TugZip kostet dafür allerdings auch einen allerdings erschwinglichen kleinen Preis.

Disco
So langsam wird es schwer, die noch verbleibenden Programme in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen (Was mag da bloß noch kommen? - Bleiben Sie dabei...es wird spannend!). Ganz sicher muss unter meinen Lieblingsprogrammen aber auch Disco vertreten sein. Diesem extrem-coolen Brennprogramm (es raucht tatsächlich wenn man brennt) wurde mehrfach von der Blog-Gemeinde vorgeworden doch keine wirklichen Features zu haben und nur das Apple-Brennframework schöner zu verpacken. Der Meinung bin ich allerdings gar nicht. Denn wenn man es schafft einen Prozess von usabilitymäßig so schön und schnell zu gestalten, dann ist ein Programm auch tatsächlich seine 14,95€ wert (was immer noch viel billiger ist als alles was man für Toast bezahlt.)

ViewIt
Wer auf dem Mac Bilder betrachtet, der tut das eigentlich entweder mit der Voransicht, oder mit iPhoto. Zwei Alternativen, die mir persönlich gar nicht so richtig zusagen. Außerdem wäre es ja wohl zu einfach Apple-Programme in diese Liste aufzunehmen. ViewIt dagegen ist so das schnellste und beste, was ich an Bildbetrachter für den Mac finden konnte. So schnell indiziert glaube ich nicht mal XnView für den PC einen Ordner mit Bildern. Das Bedienprinzip ist etwas ungewöhnlich, aber wenn man sich gewöhnt hat, dann ist es verdammt schnell und gut: ViewIt kann auch Bilder konvertieren. Ähnlich wie ImageWell, allerdings halt im Batch. Leider kostet auch ViewIt ein bisschen Geld.

XyleScope
Jetzt beginnen die Programme ohne die man fast nicht leben kann: XyleScope ist ein CSS-Inspector, der visualisiert, wie genau sich der Style einer bestimmten Webseite genau zusammensetzt. Er zeigt die Kaskade an, wie ein Element zu seinen Style-Eigenschaften kommt, und welche davon wo überschrieben werden (am besten ausprobieren, wenn man es tatsächlich verstehen will). Das ist extrem nützlich beim CSS-Codieren, wenn man sich wundert, warum ein Element jetzt gerade so aussieht und nicht, wie man es sich eigentlich vorgestellt hätte. Leider ist auch XyleScope nicht umsonst. Hier finde ich den Preis allerdings schon etwas übertrieben.

CSSEdit
Schon vielfach gelobt im Web 2.0 lasse ich es mir jetzt mal nicht nehmen, auch mit im Chor zu singen: CSSEdit ist wirklich der beste Editor zum Thema. Insbesondere die Funktionen seit Version 2: Eine Live-Preview, der man Reload ansieht, wie die Veränderung einer bestimmten CSS-Eigenschaft das Aussehen der Seite verändert und eine Override-Funktion mit der man ein StyleSheet ändern kann, ohne es tatsächlich bereits in der Online-Variant zu editieren. Extrem gut und auch zu einem Preis, der sich im Vergleich mit dem gebotenen Funktionsumfang messen lässt. OK, "billig" ist was anderes. Trotzdem kaufen!

PopCopy 2
Ein Zwischenablagebuffer. Aber eigentlich viel mehr: Neben dem einfach Speichern von einer riesigen Menge von vergangenen Einträgen kann einfach durch das Drücken von Shift+Apfel+V durch alle vorherigen Einträge scrollen und denjenigen aussuchen, den man braucht. Das Interface dabei sieht sogar auch noch ziemlich gut aus. PopCopy kommt dabei sowohl mit Grafiken als auch mit Text zurecht. Ich benutze das so häufig, dass ich mich gerade besorgt frage, ob ich IP und Passwort meines Servers überhaupt auswendig kann...mmmh....

Quicksilver
Ich weiss, der eine oder andere wird jetzt gelangweilt vom Stuhl kippen, weil fast jeder Quicksilver in seine Liste aufnimmt. Aber es ist einfach auch extrem gut und man fühlt sich fast verpflichtet es jedem mitzuteilen, der es vielleicht noch nicht kennt: Quicksilver ist ein Application-Launcher/Shortcut-Benutzer/Was immer du willst. Das Prinzip ist einfach: Quicksilver läuft im Hintergrund und indexiert alles was man einstellt. Dann kann man einen Knopf drücken und eine Buchstaben tippen und QS schlägt einem Alternativen für das gewünschte Ziel vor. Das hört sich erstmal nur nach Spotlight, ist aber viel mehr: Quicksilver lässt es nämlich auch zu direkt adressiert Emails zu schreiben bzw. Programme mit bestimmten Funktionen zu öffnen. Aber man probiert es am besten selbst.
Das die Liste jetzt mit einem Freeware-Programm zu Ende gegangen ist, stimmt mich so versöhnlich, dass ich nicht viel weiter an Worten verlieren will...........nein, echt nicht.
Comments
29.11.2006
aber dafür gibts ne schicke neue seite!!!!
28.06.2007
Ich frage mich, warum du Geld für einen CSS Inspektor ausgibst...
Okay, Firebug für den Firefox ist abhängig vom Browser, aber hey: Es ist kostenlos und zeigt mir an von welchen CSS Dokumenten aus welcher Zeile welche Eigenschaften geerbt wurden und welche wo überschrieben wurden.
29.06.2007
29.06.2007
In deinem Fall hast du ja noch Geld ausgegeben...für das Geld sollte XyleScope auch etwas mehr bieten.
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