Zwei Macs synchronisieren Teil II

17.12.2008 32 Comments
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Synchronisations-IconVor ca. einiger Zeit habe ich an dieser Stelle einmal darüber geschrieben, wie man Dateien, Kalender, Adressen usw. zwischen zwei Macs sinnvoll und unaufwändig synchronisieren kann. Seitdem hat sich einiges getan: .mac wurde zu MobileMe, der iPod kann jetzt telefonieren und Obama wird Präsident.

In dieser global erwärmten Zeit soll also noch mal ein Blick darauf geworfen sein, wie sich diese ganze "Sychronisationsproblemoadiech" *stelle mir vor, wie ich das in einem Bademantel und mit nem Bier in der Hand sage* bewältigen lässt. Für mich ist dabei besonders die Synchronisation von 2 unterschiedlichen Datenstapeln wichtig:

  1. Dateien: Die gilt eigentlich ausschließlich für die Dateien in meinem Homeverzeichnis.
  2. Kalender, Adressen & Bookmarks: Für das tägliche Arbeiten und Wohlfühlen sind diese Daten kaum erlässlich. Ich fühle mich defintiv wohler, wenn ich nicht darüber nachdenken muss, ob ich gerade mit den aktuellen Kontakten/Terminen/Bookmarks arbeite und die nicht manuell synchronisieren muss.
  3. Mail: Wer sich fragt, warum ich mir darüber nicht extra Gedanken mache, der wisse, dass sich das mit IMAP super und weit-verbreitet lösen lässt. Man muss für IMAP keine(!) permanente Internet-Verbindung haben, die üblichen Mail-Programme halten eine lokale Kopie der Mails vor.

Dateien und Home-Verzeichnis synchronisieren

Für das Synchronisieren von Dateien zwischen zwei Macs bleibt auch nach einer sehr langen Zeit des Testens mein Tool der Wahl Unison. Eigentlich handelt es sich dabei um ein reines UNIX-Kommandozeilen-Tool, das aber mit unterschiedlichsten Komponenten auch für den Mac zur Verfügung steht.

Wie man es konfiguriert und einsetzt, habe ich bereits im letzten Artikel zu diesem Thema beschrieben. Deshalb hier jetzt nur nochmal ein paar ergänzende Punkte. Zum Beispiel die essentiellen Vorteile von Unison:

  1. Unison arbeitet auf beiden Rechnern eigenständig
    Wann immer man über Unison eine Sync-Session anstößt, verbindet sich Mac Nr.1 mit Mac Nr.2 über SSH und schmeisst auf beiden eine Datensammlung an. Diese passiert vollständig lokal, d.h. es müssen nicht umständlich Verzeichnis- und Dateilisten über Samba oder AFP ausgetauscht werden (z.B. ChronoSync macht das so). Unison sammelt und hasht die Dateien lokal und tauscht dann nur eine Liste von Änderungen aus. Das geht im Vergleich zu anderen Datei-Abgleichlösungen ziemlich schnell! Da das Ganze sogar noch über SSH passiert, ist es sogar sicher.
  2. Unison hat eine ziemlich gute Mac-GUI
    Vorab - das Interface von Unison kann absolut nicht alles, was man braucht. Man kann zwar ne grundsätzliche Sync-Session anlegen (sieht man auch im letzten Artikel) aber ohne das Editieren der entsprechenden Profile-Datei wird man nicht das erreichen, was man sich vorstellt.

    Wo die Mac-Unison-GUI echt genial ist, ist während der Sync-Session. Nachdem man in ein passendes Login-Fenster seine Daten für den SSH-Connect eingegeben hat, gleicht Unison die Dateien ab. Danach zeigt es dieses Fenster:

    Hier hat man die Möglichkeit das, was Unison später abgleichen wird noch zu beeinflussen. Man kann Verzeichnisse ausschließen, Teile überspringen, oder die Sync-Richtung umkehren. Wirft man den Sync dann mit einem Klick auf den sympathischen "Go"-Button an, kann man dem Fortschritt wunderschön zugucken:
  3. Unison ist OpenSource und kostenlos
    Das sagt eigentlich schon alles - nicht nur, dass Unison sogar noch schneller ist als viele andere Tools, es ist auch noch umsonst. Wer sich mit Unison nicht ganz anfreunden kann, der kann auch mal nen Blick auf Rsync werfen und die entsprechende GUI aRsync. Die sollen ähnliches können.

Wer mit der kleinen Anleitung aus dem ersten Teil jetzt noch nicht so ganz klar kommt, und wem immer noch zu viele Dateien abgeglichen werden, dem kann ich nochmal einen kleinen Auszug aus meiner Konfigurationsdatei ans Herz legen:

# Unison preferences file
root = /Users/<username>
root = ssh://<login>@<IP des Zielrechners>//Users/<username>

path = Library/Application Support/<Applikation>
...

path = Music
path = Web
path = Documents
path = Desktop
...

ignore = Name {.DS_Store,Icon}

Im Oberen Teil des Profils legt man die üblichen Werte für Quell- und Zielrechner fest. Interessant wird es dann darunter: Gleicht man z.B. Verzeichnisse aus dem Application Support mit ab, lassen sich für bestimmt Applikationen ziemlich einfach Einstellungen mit übernehmen. Das funktioniert nicht immer - aber z.B. für Things, Adium und CandyBar (sogar inkl. kompletter Icon-Bibliothek) funktioniert es schonmal wunderbar.

Im letzten Teil kann man dann auch mit "ignore" bestimmte Dateien und Verzeichnisse ausschließen. Hier lassen sich auch Wildcards ("*") verwenden. Nen guter Tipp ist es ".DS_Store" und "Icon"-Dateien auszuschließen, damit nicht Icons und Einstellungen für bestimmten Ordner den Rechners mit wechseln.

Adressbuch, Kalender und Bookmarks

Das letzte Mal hatte ich nach dem Test verschiedener anderer Lösungen in dieser Stelle trotz allem .mac bzw. jetzt MobileMe empfohlen. Auch wenn MobileMe mittlerweile nur noch 79EUR/Jahr kostet und mit Push und Back-to-my-Mac auch noch ein paar Features bietet, die man evtl. brauchen kann, so ist es mir doch zu wenig an zusätzlichen Leistung fürs Geld.

Ich brauche kein nicht funktionierendes Back-to-my-Mac bzw. Push-Synchronisation. Auch ein Webmail-Frontend und ein Zugriff auf die Daten von unterwegs wird unsinnig, wenn man mit dem iPhone in der Tasche unterwegs ist. Ich brauche eigentlich nur einen Abgleich meines Kalenders, meiner Kontakte und Bookmarks.

Deshalb bin ich seid kurzem sehr zufriedener User von Fruux. Das Start-Up aus Münster bietet die Möglichkeit genau das zu synchronisieren, was man tatsächlich dringend braucht: Kontakte, Kalender und Bookmarks. Genau das tut ist im Moment noch völlig kostenlos und mit einem unaufwändigem PreferencePane.

Da kann man nur noch eine unbedingte Empfehlung aussprechen, selbst wenn Fruux demnächst mal was kostet, wäre dieser Dienst sein Geld wert.

Fruux kümmert sich allerdings nicht um den Abgleich der Bookmarks von Firefox. Dafür gibt es allerdings das wunderbare Tool Foxmarks. Damit wäre auch das Problem gelöst. Foxmarks hat auch ein super iPhone-Frontend, falls man das mal von unterwegs aus braucht.

Das einzige, was mir noch fehlt ist ein automatischer Abgleich zwischen Safari und Firefox, welches lokal(!) die Bookmarks zwischen den beiden Browsern synchronisiert. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp dafür - manuelles Export/Import-Gefummel ist aber nicht unbedingt mein Ziel :)

In Kürze

Nochmal in aller Kürze die wichtigsten Tools

Es fehlt

Lokaler Abgleich von Bookmarks zwischen Firefox und Safari.

UPDATE: Lokaler Abgleich von Bookmarks zw. Safari und Firefox ist mittlerweile möglich. Dazu installiert man sich einfach Xmarks für beide Browser uns ist glücklich.

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